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Ich heiße Jörg Polster – und ich schreibe Geschichten für Menschen, nicht für Märkte.
Autor und Charakteranalytiker
Mich interessiert nicht nur, was Menschen tun, sondern warum sie es tun. In meinen Romanen sowie Sach- und Fachbüchern beschäftige ich mich mit menschlichen Charakteren, ihren Geschichten, ihren Verletzungen, ihren Stärken und den Beweggründen ihres Handelns.
Menschen beobachten. Verhalten verstehen. Hinter die Fassade schauen.
Schreiben bedeutet für mich mehr, als Geschichten zu erfinden oder Wissen zwischen zwei Buchdeckel zu bringen. Schreiben bedeutet für mich, hinzusehen. Menschen zu beobachten, ihnen zuzuhören und mich immer wieder zu fragen, was hinter dem steckt, was wir auf den ersten Blick wahrnehmen.
Mich interessiert nicht nur, was Menschen tun. Mich interessiert, warum sie es tun. Vielleicht ist das der rote Faden, der sich durch meine Bücher zieht – selbst wenn sie auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten.
Ich schreibe Romane und Krimis, historische Geschichten und fantastische Abenteuer, aber auch Sach- und Fachbücher über menschliche, psychologische und gesellschaftliche Themen. Dabei geht es mir immer wieder um Menschen: um ihre Stärken und Schwächen, ihre Ängste und Hoffnungen, ihre Verletzungen, ihre Entscheidungen und manchmal auch um ihre Widersprüche.
Für diese Seite meiner Arbeit habe ich irgendwann eine Bezeichnung gefunden, die zunächst vielleicht etwas ungewöhnlich klingt: Charakteranalytiker. Ich bin kein Psychologe und möchte auch nicht den Eindruck erwecken, Menschen psychologisch zu diagnostizieren. Unter Charakteranalyse verstehe ich etwas anderes: genaues Beobachten, Hinterfragen und den Versuch, menschliches Verhalten und seine möglichen Beweggründe besser zu verstehen.
Warum reagiert ein Mensch auf Kritik mit Rückzug und ein anderer mit Angriff? Warum brauchen manche Menschen Anerkennung beinahe wie die Luft zum Atmen? Was geschieht mit einem Menschen, wenn seine Seele aus dem Gleichgewicht gerät? Warum sehen wir häufig nur das Verhalten eines Menschen, ohne zu fragen, was sich dahinter verbirgt?
Solche Fragen faszinieren mich.
Ich beobachte Menschen und Situationen, beschäftige mich intensiv mit den jeweiligen Themen, lese, recherchiere und verbinde diese Erkenntnisse mit Erfahrungen und Beobachtungen aus dem wirklichen Leben. Daraus entstehen Bücher, die nicht von oben herab erklären wollen. Sie sollen vielmehr dazu einladen, genauer hinzusehen und vielleicht manches menschliche Verhalten mit anderen Augen zu betrachten.
Menschen beobachten. Verhalten verstehen. Hinter die Fassade schauen.
Das ist für mich Charakteranalyse. Bücher über das, was Menschen bewegt.
Besonders deutlich wird diese Seite meines Schreibens in meinen Büchern über psychologische und menschliche Themen. Wenn ich mich mit seelischen Krisen beschäftige, mit Narzissmus, Depression, ADHS, Empathie oder anderen Facetten menschlichen Erlebens und Verhaltens, interessieren mich nicht allein Definitionen und Fachbegriffe.
Mich interessiert vor allem der Mensch dahinter. Wie fühlt sich etwas im Alltag an? Was sehen Angehörige, Freunde oder Kollegen – und was sehen sie vielleicht gerade nicht? Warum entstehen Missverständnisse? Und was könnte uns helfen, einander besser zu verstehen?
Ich möchte komplizierte Themen in einer Sprache behandeln, die Menschen erreicht. Dabei ersetzen meine Bücher selbstverständlich weder eine medizinische noch eine psychologische Diagnose oder Behandlung. Sie wollen informieren, Erfahrungen und Perspektiven sichtbar machen und zum Nachdenken anregen. Vielleicht tragen sie manchmal sogar dazu bei, dass wir ein wenig weniger schnell urteilen. Das wäre viel.
Und dann sind da meine Geschichten … Auch wenn ich einen historischen Roman, einen Krimi oder eine fantastische Geschichte schreibe, verschwinden diese Fragen nicht. Im Gegenteil.
Eine Romanfigur wird für mich erst interessant, wenn sie mehr ist als „der Gute“, „der Böse“, „das Opfer“ oder „der Täter“. Menschen sind selten so einfach – und deshalb sollten es Figuren in Büchern ebenfalls nicht sein.
Mich interessieren ihre Beweggründe, ihre Vergangenheit und die kleinen Entscheidungen, aus denen irgendwann große Konsequenzen entstehen. Ich möchte wissen, weshalb jemand schweigt, obwohl er reden sollte, warum jemand bleibt, obwohl vieles für das Gehen spricht, und weshalb ein Mensch manchmal etwas tut, das von außen vollkommen unverständlich erscheint.
Vielleicht schreibe ich deshalb besonders gern über Figuren, die nicht in einfache Schubladen passen. Ich möchte ihnen Zeit geben. Und manchmal möchte ich sogar Figuren eine zweite Betrachtung ermöglichen, über die scheinbar längst ein Urteil gefällt wurde. Denn zwischen Gut und Böse, richtig und falsch, Stärke und Schwäche liegen oft mehr Zwischentöne, als wir wahrhaben wollen. Schreiben mit Lebenserfahrung Meine Bücher entstehen nicht in einem luftleeren Raum.
Viele Jahre Berufs- und Lebenserfahrung, Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen und meine Beschäftigung mit gesellschaftlichen Fragen haben meinen Blick geprägt. Auch mein Engagement für Menschen mit Behinderungen und für Inklusion hat mir immer wieder gezeigt, wie groß der Unterschied zwischen dem ersten Eindruck und der tatsächlichen Lebenswirklichkeit eines Menschen sein kann.
Nicht jede Behinderung ist sichtbar. Nicht jede Verletzung hinterlässt eine sichtbare Narbe. Und nicht jeder Mensch, der nach außen stark wirkt, fühlt sich im Inneren auch stark. Vielleicht habe ich deshalb im Laufe der Jahre gelernt, genauer hinzusehen und vorsichtiger mit schnellen Urteilen zu sein. Diese Haltung findet sich in meinen Büchern wieder.
Ich schreibe nicht, weil die Welt noch ein Buch mehr braucht. Ich schreibe, weil Geschichten etwas mit Menschen machen können. Ein Roman kann uns für einige Stunden aus unserem Alltag holen. Ein Krimi kann uns miträtseln lassen. Eine historische Geschichte kann eine längst vergangene Zeit plötzlich wieder lebendig werden lassen. Ein Sachbuch kann uns helfen, etwas zu verstehen, für das uns bisher vielleicht die richtigen Worte gefehlt haben.
Und manchmal kann ein Buch einem Menschen das Gefühl geben: Da hat jemand etwas beschrieben, das ich kenne.
Vielleicht ist genau das einer der schönsten Momente, die ein Autor erreichen kann.
Deshalb möchte ich keine Bücher für irgendwelche abstrakten Zielgruppen schreiben. Ich möchte Bücher für Menschen schreiben – für neugierige Menschen, für nachdenkliche Menschen, für Menschen, die gern träumen, und für diejenigen, die versuchen, sich selbst oder andere ein wenig besser zu verstehen.
Natürlich bin auch ich nicht nur Autor. Ich bin Ehemann, Familienmensch, Berufstätiger, Dozent, engagierter Mitmensch und jemand, der selbst Höhen und Tiefen erlebt hat. Ich kenne Zeiten, in denen das Leben leicht erscheint, und andere, in denen man erfahren muss, wie schnell sich Gewissheiten verändern können. All das gehört zu mir. Und wahrscheinlich gehört all das auch zu meinen Büchern. Denn selbst wenn eine Geschichte Jahrhunderte in der Vergangenheit spielt, ein fantastisches Wesen darin auftaucht oder ein Ermittler einen rätselhaften Fall lösen muss – irgendwo steckt darin immer etwas von dem, was mich beschäftigt: der Mensch. Mit seinen Fehlern. Seinen Hoffnungen. Seinen Widersprüchen. Und seiner erstaunlichen Fähigkeit, manchmal genau dann wieder aufzustehen, wenn niemand mehr damit gerechnet hat.
Wenn ich also beschreiben müsste, was meine sehr unterschiedlichen Bücher miteinander verbindet, würde ich heute sagen: Ich schreibe über Menschen. Manchmal erfinde ich ihre Geschichten. Manchmal beschäftige ich mich mit ihrem Verhalten. Manchmal versuche ich, psychologische oder gesellschaftliche Zusammenhänge verständlicher zu machen. Aber immer möchte ich hinter das Offensichtliche schauen. Denn vielleicht verstehen wir Menschen erst dann ein wenig besser, wenn wir aufhören, nur danach zu fragen, was jemand tut, und anfangen uns dafür zu interessieren, warum er es tut.
Herzlichst
Euer
Jörg